Digitales Fernsehen DVB-T

Laut der sogenannten Task Force DVB-T Deutschland von ARD und ZDF wurde die Umstellung vom analogen auf das digitale Antennenfernsehen hierzulande am 25. November 2008 abgeschlossen. Damit endete gleichzeitig die über 50-jährige Ära der analogen erdnahen Ausstrahlung im Fernsehbereich.

DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) wurde erstmals im Februar 2003 in Berlin-Potsdam eingeführt und in den folgenden Jahren bundesweit schrittweise ausgebaut. Dabei soll es dem Vernehmen nach nicht immer einfach gewesen sein, die unterschiedlichen Interessenlagen von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehveranstaltern, Netzbetreibern und Landesmedienanstalten, sowie Handel und Geräteherstellern in einem von allen Marktbeteiligten getragenen Umstiegskonzept zu vereinen.

Guter Rat oft sogar kostenlos

Ganz zu schweigen von den Vorbehalten, mit denen viele Fernsehnutzer dem Konzept anfangs gegenüberstanden. Nicht zuletzt, weil die Umstellung für viele mit zum Teil erheblichen Neuinvestitionen in Empfangsgeräte wie Set-Top-Boxen und Fernsehapparate, aber auch in Antennenanlagen verbunden war und zumindest anfangs die Informationen seitens der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und der Behörden eher spärlich flossen. Hier haben vor allem die Gerätehersteller, der Elektronikfachhandel und die Handwerksbetriebe im Elektroinstallations- und Telekommunikationsbereich für die Aufklärung der Verbraucher und Kunden Sorge getragen. Guter Rat, oft sogar kostenlos.

Innerhalb des Umstiegszeitraums wurden schrittweise rund 600 analoge TV-Sendeanlagen der öffentlich-rechtlichen und privaten Programmanbieter und mehr als 8700 sogenannte Füllsender abgeschaltet. Im Gegenzug wurden 488 DVB-T-Sender in Betrieb genommen.

Ballungsraumfernsehen versorgt mit Regional-News

DVB-T in seiner heutigen Ausbaustufe ermöglicht in den meisten Fällen den Empfang von 18 bis 24 Fernsehprogrammen. Zu dem herkömmlichen reinen Fernsehangebot über DVB-T sollen Schritt für Schritt weitere Dienste kommen. So werden in Zukunft unter anderem Mediendienste wie multimediale CityGuides oder Business-Channels die Regionen mit wichtigen News versorgen. Neben lokalen und regionalen Inhalten, im sogenannten Ballungsraumfernsehen, wird aber auch der Zugang zur Informationsvielfalt des World Wide Web über DVB-T möglich gemacht werden. In der Endausbaustufe soll das digitale Antennenfernsehen einmal 20 bis 30 TV-Programme übertragen können.

Die Empfangsqualität ist in den meisten Fällen deutlich besser als beim früheren analogen Fernsehen. Allerdings kann es durchaus zu Schwankungen in der Qualität des Empfanges kommen. Statt der exzellenten, störungsfreien Bilder und Töne erscheinen dann die bekannten und gefürchteten Würfel-Artefakte und Knack- sowie Rauschgeräusche und nerven gewaltig.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. So stellen die Sendeanstalten nicht immer für jeden Sender die volle Sendeleistung zur Verfügung. Das schwankt je nach Tageszeit und ist durchaus auch von den ausgestrahlten Inhalten abhängig. Das merkt der Zuschauer spätestens dann, wenn die Bildqualität des Werbeblocks den der eigentlichen Sendungen unübersehbar deutlich übertrifft. Und es spielen Witterungseinflüsse eine Rolle. Regen, Schnee, überhaupt dicke Wolkendecken erweisen sich als Hindernis zumindest in den Randgebieten des Empfanges. Schnelle Programmabläufe, wie Sportsendungen, sind eher störanfällig, als vielleicht geruhsame Naturaufnahmen.

Antennenanlage entscheidende Komponente

Von großer Bedeutung ist die Qualität der Empfangsgeräte. So können zwei verschiedene Tuner an der gleichen Antenne durchaus ausgesprochen unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Entscheidend aber ist, und das ganz besonders in Regionen schwachen Empfangs, letztlich die Antennenanlage selbst, deren professioneller Aufbau, die richtige Abstimmung auf die Senderleistungen, die Ausrichtung. Die DVB-T-Betreiber jedenfalls gehen davon aus, dass es im digitalen Fernsehen keinen wirklich schlechten Empfang gibt, sondern nur brillanten oder gar keinen.

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland können heute DVB-T über eine Dachantenne empfangen. Für mehr als ein Drittel ist der Empfang mittels Zimmerantenne möglich. Nach einer Mitteilung der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GfU) sind aktuell mehr als 16 Millionen Geräte mit DVB-T-Empfangsteil in Deutschland verkauft. Über 800 verschiedene Typen von DVB-T-Empfängern sind derzeit im Handel erhältlich.

Insbesondere der Anteil an tragbaren Fernsehgeräten und anderen mobilen Lösungen, ob in Handys oder in Verbindung mit festeingebauten oder transportablen PKW-Navigationsgeräten, haben in jüngster Zeit stark zugenommen. Die terrestrische Fernsehversorgung, so glauben Bundesregierung und die für die Umstellung zuständigen Gremien, hat insbesondere damit den Weg in eine vielversprechende Zukunft beschritten.

Wenn denn diese Aussage zutrifft, dann vor allem dort, wo Fernsehen jetzt tatsächlich immer und überall empfangen werden kann, in den Ballungsgebieten. In den deutschen Mittel- und Hochgebirgen gibt es nach wie vor Versorgungslücken und auch in so mancher ländlichen Gegend ist ein Empfang ohne professionelle Antennenanlage schlichtweg unmöglich. Wer sich also eine mobile oder stationäre Empfangseinrichtung zulegen will, sollte zuvor prüfen, ob in seinem bevorzugten oder angestammten Aufenthaltsgebiet DVB-T auch tatsächlich problemlos empfangen werden kann. Auskunft findet sich auf der Internetseite www.ueberallfernsehen.de, auf der auch regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen informiert wird.

Die Regel wird für die meisten Zuschauer auch bei der Nutzung von DVB-T der stationären und nicht der mobile Fernsehempfang sein: Das mittlere oder in der Tendenz eher größere, am festen Platz aufgestellte Gerät, in der Schrankwand, auf einem TV-Rack, oder bei den modernen Flachbildschirmen immer beliebter, auch hängend an der Wand.


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